Es bedeutet mir alles, dass ich den Artikel „Im Akt der Trennung“ im Jahrbuch der Perspektiven der Philosophie veröffentlichen durfte. Einen ganz besonderen Dank möchte ich unserer Herausgeberin Frau Dr. Martina Scherbel und meinen Co-Autor Prof. Dr. Harald Seubert aussprechen. Ich komme immer wieder gern ins Schloss Schwanberg zu den wundervollen Tagungen.
Abstract
In „Wahnsinn und Gesellschaft“ stellt sich Michel Foucault die entscheidende Frage, ob im Akt der Trennung des im Machtdiskurs anerkannten Sinns von den anderen unterdrückten Rationalitäten, diese abgewerteten Rationalitäten in ihre frühere Diskursivität wieder zurückgeholt werden können. Als Wahnsinn oder Unsinn ausgegrenzt, verfälscht und zum Schweigen gebracht, kurz gesagt vom herrschenden Machtdiskurs unterworfen, sollen sie mithilfe des Rückgriffs auf den historischen Zeitpunkt wieder von den Einschreibungen des Herrschaftsdiskurses befreit werden. Was Foucault später für unmöglich erklärte, wird nun anhand des Beispiels der verschiedenen Fassungen des „Eckenliedes“ aus der aventiurehaften Dietrichepik nachgewiesen, so dass der lebendige Widerstreit mehrerer Rationalitäten nachvollziehbar wird.

